Spitzwegerich heilt alle Wunden

Spitzwegerich heilt Wunden

Eine meiner Kindheitserinnerungen sieht ungefähr so aus: Ich fahre an einem schönen Sommertag mit meinem neuen Tretroller die Straße entlang, bleibe an einer Bordsteinkante hängen und fliege im hohen Bogen auf die Nase. Besser gesagt, auf die Knie. Schmerz erfüllt meinen Körper. 

Ich beiße die Zähne zusammen und laufe humpelnd nach Hause. Dort begutachte ich heulend meine Verletzung. Beim Anblick des Blutes, das mein Bein hinab läuft, tut es direkt noch mehr weh. 

Meine Mutter tröstet mich. 

Mein Vater, ein Mann der Taten, rennt so schnell er kann in den Garten. Und kommt mit einer Hand voll Unkraut wieder. „Da machen wir jetzt sofort Spitzwegerich drauf“, sagt er. 

Und schon hat er sich das Unkraut in den Mund gesteckt und kaut energisch darauf herum. Noch habe ich nicht so ganz begriffen, was er vor hat. Im nächsten Moment schmiert er eine grüne Masse auf mein Knie. Igitt wie ekelhaft, denke ich. 

Schnell hört meine Wunde auf zu bluten. In den darauffolgenden Tagen machen wir immer wieder Spitzwegerich auf mein Knie. Schnell heilt alles ab.

Doch wieso genau hat Spitzwegerich so gut geholfen? Natürlich, weil er voll heilender Kräfte steckt 🙂 

Die Heilwirkung des Spitzwegerichs

Die Heilwirkungen des Spitzwegerichs sind enorm. Viele kennen ihn als Zutat im Hustentee oder Hustensaft, doch er kann noch viel mehr. So wirkt er 

  • abschwellend
  • desinfizierend 
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • antiseptisch
  • reizmildernd
  • blutreinigend
  • schleimhautschützend
  • blutstillend
  • wundheilend

Er kann eingesetzt werden bei 

  • Bronchitis 
  • Halsentzündungen 
  • Harnwegsentzündungen 
  • Magenschleimhautentzündungen 
  • Darmschleimhautentzündungen 
  • Insektenstichen 
  • Sonnenbrand 
  • Verbrennungen 
  • Blasen 
  • Warzen 
  • Hühneraugen 
  • Wunden 
  • Zahnfleischbluten 

Die Heilwirkungen beruhen vor allem auf den in der Pflanze enthaltenen Schleim- und Gerbstoffen

Schleimstoffe legen sich wie ein schützender Film auf gereizte Schleimhäute oder Verletzungen der Haut und lindern die betroffene Stelle. Durch die antientzündlichen Inhaltsstoffe wird die Wundheilung unterstützt. Die enthaltene Kieselsäure stärkt das Gewebe. 

Auch die Gerbstoffe haben einen schützenden Effekt. Sie reagieren mit den sich in den Schleimhäuten befindenden Eiweißstoffen. Dadurch bildet sich ein kleines Häutchen, dass sich auf die Schleimhäute legt. 

Darüber hinaus wirken die Gerbstoffe zusammenziehen, wodurch die Wundheilung beschleunigt wird. Durch diesen Effekt wirkt Spitzwegerich zudem blutstillend, weil er die Blutgerinnung fördert. Zieht sich die Haut zusammen, lagern sich Blutplättchen an. Sie dichten die Wunde ab. Die Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs helfen, die Blutplättchen miteinander zu verbinden. 

Spitzwegerich hat außerdem eine antibiotische Wirkung. Sie ist auf den in den Blättern enthaltenen sekundären Pflanzenstoff Acubin zurückzuführen. Dieser fungiert als natürliches Antibiotikum. 

Anwendung von Spitzwegerich

Wie oben bereits beschrieben, kann Spitzwegerich sowohl äußerlich, als auch innerlich angewendet werden. 

Tee aus Spitzwegerichblättern

Ein Tee aus Spitzwegerichblättern eignet sich zur inneren Anwendung bei Husten, Halsentzündungen und Bronchitis aber auch bei Entzündungen der Magen- oder Damschleimhaut und der Harnwege. 

Aus etwa 8 frischen oder zwei Esslöffel getrockneten Blätter pro Liter Wasser kannst du den heilende Tee herstellen. Du solltest ihn für etwa 10 Minuten ziehen lassen. 

Zerreiben oder Zerkauen der Blätter

Zur äußerlichen Anwendung kann der Spitzwegerich zerrieben werden. Auf diese Weise wird die Zellstruktur aufgebrochen und der Pflanzensaft tritt aus. In ihm sind die heilenden Inhaltsstoffe enthalten. 

Noch besser ist es jedoch, wenn der Spitzwegerich zerkaut wird. Denn durch den Kontakt mit unserem Speichel wird die Wirkung der Inhaltsstoffe erhöht. 

Die Zerriebene oder Zerkaute Spitzwegerich-Masse kann auf die zu behandelnde Hautstelle aufgetragen werden. Ich lasse ihn immer so lange einwirken, bis er eingetrocknet ist. 

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