Kategorie: Ernährung

Kurkuma und seine heilende Wirkung

Kurkuma

Mein Vater hat vor etwa 40 Jahren ein Jahr lang in Indien und Nepal gelebt und war in der Entwicklungshilfe tätig. Schon immer war er fasziniert von den Kochkünsten anderer Länder. Die indische und nepalesische Küche hat es ihm jedoch ganz besonders angetan. So hat er in dieser Zeit in den Dörfern Nepals und Indiens von den dort lebenden Einheimischen ihre Art des Kochens gelernt. Diese Zeit hat ihn sehr geprägt und die dort eingesetzten Lebensmittel und Gewürze sind bis heute ein Teil seiner Art zu Kochen.

Das hat dazu geführt, dass ich schon mein ganzes Leben in Kontakt mit indischen Gerichten und somit auch mit den dort eingesetzten Gewürzen kam. Eines davon war natürlich Kurkuma. Es kommt bei uns daher ausgesprochen häufig zum Einsatz. 

In den letzten Jahren hat Kurkuma aufgrund seiner angepriesenen heilenden Wirkung immer mehr auf sich aufmerksam gemacht. So kennt es hierzulande mittlerweile vermutlich jeder. Doch welche Heilkräfte stecken tatsächlich in der goldenen Knolle? 

Was ist Kurkuma?

Die Kurkuma-Pflanze Curcuma longa gehört zur Familie der Ingwergewächsen und ist auch bekannt unter dem Namen Gelber Ingwer, Gelbwurz oder Safranwurzel. Angebaut wird Kurkuma überwiegend in Südostasien. Die Pflanze bildet eine stark verzweigte Wurzel, an deren Enden sich Knollen bilden. Die Knollen sind aromatisch und enthalten einen intensiv gelben Farbstoff. 

Die Wurzel kann getrocknet und gemahlen als Pulver oder in roher Form verwendet werden. Das Kurkuma-Pulver ist wesentlicher Bestandteil des Curry Gewürzes. 

Die in den Kurkuma-Knollen enthaltenen ätherischen Öle und der Pflanzenfarbstoff Curcumin sollen eine Reihe gesundheitsfördernde und heilende Wirkungen besitzen. Daher wird Kurkuma in der Aryurvedischen Medizin bereits seit Jahrtausenden eingesetzt. 

Die Heilwirkung von Kurkuma

1. Kurkuma wirkt entzündungshemmend

Das in der Pflanze enthaltene Curcumin wirkt leicht entzündungshemmend. Es wird vermutete, dass Curcumin Enzyme hemmt, die an Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt sind. So kann Kurkuma beispielsweise bei entzündlichen Erkrankungen im Darm und in den Gelenken lindernd wirken.

2. Kurkuma unterstützt Gallenblase und Leber 

Das in der Gelbwurzel enthaltene ätherische Öl kann den Gallenfluss stimulieren. Es hemmt die Ausscheidung von Gallensäuren und erhöht die Ausscheidung von Cholesterin.

Weiterhin unterstützt Kurkuma die Regeneration der Leber. Leberschädigungen können gebessert werden. Durch den vermehrten Gallenfluss wird die Leber außerdem entlastet. 

3. Kurkuma zum Schutz vor Krebserkrankungen

Die krebshemmende Wirkung von Kurkuma wurde u.a. am Beispiel des Prostatakrebs und Darmkrebs untersucht. Es konnte nachgewiesen werden, dass Kurkuma die Zellvermehrung hemmt und Mechanismen in Gang setzt, die zum Tod der Krebszellen führen. Weiterhin aktiviert Curcumin Tumor-Hemm-Gene. 

Die bisherigen Studienergebnisse klingen vielversprechend. Jedoch sind weitere Forschungen notwendig, um den erfolgreichen Einsatz von Curcumin bei Krebserkrankungen zu sichern. 

4. Kurkuma wirkt antioxidativ

Im Körper entstehen während des Stoffwechsels freie Radikale. Diese können mit organischen Substanzen wie Fettsäuren oder Proteinen der DNA reagieren und zu Schädigungen und Krankheiten führen und den Alterungsprozess beschleunigen. Antioxidantien können den Körper vor freien Radikalen schützen. 

Curcumin wirkt antioxidativ und kann aufgrund seiner chemischen Struktur freie Radikale unschädlich machen. 

5. Kurkuma hilft bei Völlegefühl und Blähungen 

Als wissenschaftlich belegt gilt die beruhigende Wirkung von Curcumin bei Verdauungsbeschwerden. Indem Kurkuma die Fettverdauung stimuliert werden der Entstehung von Völlegefühl und Blähungen entgegen gewirkt. 

Kurkuma

Anwendung von Kurkuma

Um von der gesundheitlichen Wirkung von Kurkuma zu profitieren, ist der gelegentliche Einsatz der Knolle als Gewürz im Essen nicht ausreichend. 

Ein Nachteil, den der Wirkstoff Curcumin mit sich bringt ist, dass er nicht wasserlöslich ist, wodurch es schwer von Körper aufgenommen werden kann. Eine Möglichkeit, um die Aufnahme von Curcumin zu erhöhen, ist die Kombination mit schwarzem Pfeffer

Darüber hinaus wird es schnell von der Leber abgebaut, wodurch die Verweildauer in der Blutbahn gering ist. Das bedeutet, dass Kurkuma mehrmals täglich in geringen Mengen konsumiert werden sollte, um von der heilenden Wirkung zu profitieren. Empfohlen wird dabei eine Tagesdosis von bis zu 3 g Kurkuma-Pulver oder der frischen Gelbwurzel. 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Kurkuma-Kapseln einzunehmen. Beim Kauf sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Inhaltsstoffe aus natürlichen Kurkumapulver bestehen. 

Wann sollte Kurkuma nicht in hohen Mengen angewandt werden 

Beim Vorliegen von Gallensteinen und bei Durchfällen sollte Kurkuma in hohen Mengen verwendet werden. 

Auch kann die Einnahme von Kurkuma Schwangeren und Stillenden Frauen nicht empfohlen werden, da die Studienlage hier nicht ausreichend genug ist.